Reviews

Am Ende des Tages sind wir alle gefickt: Love A - Nichts ist neu

Geschrieben von: Paul Schall am .


Sänger Jörkk von Love A zeigt uns die Tiefe seiner Augenringe, Pressefoto: Andreas Hornoff

Es gibt Bands, die aus unerklärlichen Gründen nie den Weg in das eigene Ohr oder in das heimische Plattenregal finden. Love A war bislang eine solche Band für mich. Die Frage nach dem „Warum?“ kann ich selbst nicht beantworten. Nun veröffentlicht ebendiese Band am 12. Mai ihren mittlerweile vierten Longplayer NICHTS IST NEU, doch für mich ist alles neu. Zumindest in Bezug auf Love A.

Starren auf Spiegelbilder: Krawehl - s/t

Geschrieben von: Micha Schmidt am .


Krawehl, Pressfoto

Ich hatte schon früh Zeit, die neue Krawehl zu hören und man sollte meinen, dass ich mir bis dahin auch ein festes Urteil gebildet habe. Faktisch bin ich unentschlossen, was ja auch ein Urteil und noch nicht mal ein schlechtes ist. Und dennoch abreitet es in meinen Kopf, woher diese Unentschlossenheit stammt und wie ich ihr begegnen sollte. Daher die folgenden Zeilen anstelle einer Kritik.

Hear me roar: Leoniden - s/t

Geschrieben von: Micha Schmidt am .


Leoniden aus Kiel, Pressefoto: Robin Hinsch

Manchmal, wenn sich der innere Hipster meldet, denkt man an jene Alben die man am liebsten seinen Freunden gezeigt hätte um zu sagen: „Passt auf, die werden noch richtig groß!“. Der ewige Wunsch nach Anerkennung des eigenen Musikgeschmacks ist nun einmal eines der hervorstechendsten Merkmale der Musikbranche. Und allen die dies tun wollen, sei hier der Erstling der Leoniden ans Herz gelegt. Wer im letzten Jahr die Musik-Szene aufmerksam beobachtete, der konnte immer wieder Zeichen einer Band beobachten, die Größeres plant. Hier ein Konzert, da ein Video, schließlich ein Radio-Interview. Auch ohne Insider-Infos konnte man schnell Eins und Eins zusammenzählen: Erstes Album, LEONIDEN, selbstbetitelt. Aber was die fünf einem dann um die Ohren hauen, kommt dennoch absolut unvermutet. Mit ihrem ersten Album setzen sie nun ein klares Zeichen. Jahre voller Arbeit, langfristig gesteckter Ziele und wieder umgeworfener Pläne münden in diesem Album. Der nächste Punkt, von dem aus man wieder neu in die Ferne schauen kann, ist gesetzt. Der Löwe brüllt. Und zwar so richtig.

Immer weiter nach vorne - Smile & Burn: Get Better Get Worse

Geschrieben von: Michael Schmidt am .


Smile & Burn, Pressefoto: Max Threlfall

So dreckig 2016 im Politischen war, so gut war es doch, was den Output an guten Alben anging. 2017 arbeitet zwar mit voller Energie daran, politisch zur Vollkatastrophe zu werden, aber musikalisch ist vom Geiste 2016 noch nicht viel zu spüren. Wäre da nicht (neben dem ausgezeichneten Album der Antilopen Gang) Smile & Burn, die sich anschicken die Messlatte für 2017 nach oben zu verschieben.

Die Schallhafen Top 10 des Jahres 2016

Geschrieben von: Schallhafen Redaktion am .

In den letzten Tagen des Jahres nehmen wir uns wieder Zeit unsere persönlichen Musikhighlights vorzustellen. Den Anfang macht Schallhafen-Käptn Marc, der uns seine wichtigsten Alben, Songs, Musikvideos und Konzerte vorstellt: 2016 hatte dabei wieder so einiges auf dem Kasten und Lieder zu bieten, die ich sicher auch noch in Jahren hören werde. Da wäre zum Jahresbeginn direkt das Highlight-Album HOLY von Blackout Problems, dass sich mit seinen abwechslungsreichen Nummern, dem starken Gesang und der mitreißenden Titelmelodie letztendlich auch bis zum Ende den ersten Platz sichern konnte. Es war generell ein gutes Jahr für die verschiedensten Spielarten des Punk: Ob poppig mit Modern Baseball und Real Friends, emotional mit Captain Planet und KMPFSPRT oder akustisch mit Schreng Schreng & La La. Hier schlug das Herz für Fans ungestümer Riffs und tiefsinniger Texte ständig höher.

Ein kleines Comeback gab's für mich beim fast vergessenen Indierock: Mikroboy melden sich nach fünf Jahren mit dem gleichermaßen starken wie berührenden Album LEICHT zurück, um im nächsten Schritt ihre Auflösung bekanntzugeben. Ich wünsche der Band um Sänger Michi Ludes für den weiteren Lebensweg nur das Beste und bedanke mich von Herzen dafür in der Band einen treuen musikalischen Begleiter meiner jungen Zwanziger gefunden zu haben. Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang auch die Pause auf unbestimmte Zeit von Herrenmagazin, die nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsbands zählt und zur Zäsur ein richtig mitreißendes Open Air Konzert inklusive Pool-Performance in Düsseldorf gespielt haben. Desweiteren möchte ich euch noch Apologies I Have None ans Herz legen, die mit PHARMACIE ein intensives, düsteres Themenalbum präsentieren, dass den Fokus auf den psychischen Zustand von Frontmann Josh Mckenzie legt, der uns verdammt ehrlich von seinen Depressionen und Selbstzweifeln erzählt. Optimistischer wird's dann wieder mit Von Wegen Lisbeth: Das Debütalbum hat das großartige Quintett aus Berlin völlig zurecht von den kleinen Eckclubs in die namhaften Hallen der Nation gespült. Wer ein derartig gutes Gespür für catchy Refrains und tolle Videos ("Bitch") hat, soll ja schließlich auch belohnt werden. Apropos Video: Tiny Moving Parts haben mal eben so das mit Abstand beste Musikvideo der letzten Jahre produziert. Dort zeigen uns die drei Freunde, was sie tun würden, wenn sie nur noch 24 Stunden zu leben hätten. Eine fantastische Liebeserklärung in Bild und Ton daran, das Leben bis zum Letzten zu genießen.

Ach ja: Hip Hop gab's zum Glück ebenfalls. Juse Ju, den wir zusammen mit Fatoni (Platz 4 in den Albumcharts 2015) im Zakk live erleben konnten und direkt mal interviewed haben, hat dem lyrischen Vorschlaghammer "German Angst", einer Abrechnung mit den oft zitierten besorgten Bürgern, ein schickes Video spendiert. Unerwähnt darf natürlich auch nicht die heißgeliebte und höchst geschätzte Antilopen Gang bleiben, die mit "Das Trojanische Pferd" einen starken Vorboten auf das im Januar 2017 kommende Album ANARCHIE UND ALLTAG schicken, dass, wenn mich nicht alles täuscht, bestimmt in meiner Jahresliste 2017 landen wird. Koljah, Danger, Panzer: Am Ende sagt ihr alle, ihr habt es geahnt. 

Was 2016 für die anderen Redakteure bedeutet, stellen wir euch in den kommenden Tagen vor. Viel Spaß!

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