Reviews

Hear me roar: Leoniden - s/t

Geschrieben von: Micha Schmidt am .


Leoniden aus Kiel, Pressefoto: Robin Hinsch

Manchmal, wenn sich der innere Hipster meldet, denkt man an jene Alben die man am liebsten seinen Freunden gezeigt hätte um zu sagen: „Passt auf, die werden noch richtig groß!“. Der ewige Wunsch nach Anerkennung des eigenen Musikgeschmacks ist nun einmal eines der hervorstechendsten Merkmale der Musikbranche. Und allen die dies tun wollen, sei hier der Erstling der Leoniden ans Herz gelegt. Wer im letzten Jahr die Musik-Szene aufmerksam beobachtete, der konnte immer wieder Zeichen einer Band beobachten, die Größeres plant. Hier ein Konzert, da ein Video, schließlich ein Radio-Interview. Auch ohne Insider-Infos konnte man schnell Eins und Eins zusammenzählen: Erstes Album, LEONIDEN, selbstbetitelt. Aber was die fünf einem dann um die Ohren hauen, kommt dennoch absolut unvermutet. Mit ihrem ersten Album setzen sie nun ein klares Zeichen. Jahre voller Arbeit, langfristig gesteckter Ziele und wieder umgeworfener Pläne münden in diesem Album. Der nächste Punkt, von dem aus man wieder neu in die Ferne schauen kann, ist gesetzt. Der Löwe brüllt. Und zwar so richtig.

Immer weiter nach vorne - Smile & Burn: Get Better Get Worse

Geschrieben von: Michael Schmidt am .


Smile & Burn, Pressefoto: Max Threlfall

So dreckig 2016 im Politischen war, so gut war es doch, was den Output an guten Alben anging. 2017 arbeitet zwar mit voller Energie daran, politisch zur Vollkatastrophe zu werden, aber musikalisch ist vom Geiste 2016 noch nicht viel zu spüren. Wäre da nicht (neben dem ausgezeichneten Album der Antilopen Gang) Smile & Burn, die sich anschicken die Messlatte für 2017 nach oben zu verschieben.

Die Schallhafen Top 10 des Jahres 2016

Geschrieben von: Schallhafen Redaktion am .

In den letzten Tagen des Jahres nehmen wir uns wieder Zeit unsere persönlichen Musikhighlights vorzustellen. Den Anfang macht Schallhafen-Käptn Marc, der uns seine wichtigsten Alben, Songs, Musikvideos und Konzerte vorstellt: 2016 hatte dabei wieder so einiges auf dem Kasten und Lieder zu bieten, die ich sicher auch noch in Jahren hören werde. Da wäre zum Jahresbeginn direkt das Highlight-Album HOLY von Blackout Problems, dass sich mit seinen abwechslungsreichen Nummern, dem starken Gesang und der mitreißenden Titelmelodie letztendlich auch bis zum Ende den ersten Platz sichern konnte. Es war generell ein gutes Jahr für die verschiedensten Spielarten des Punk: Ob poppig mit Modern Baseball und Real Friends, emotional mit Captain Planet und KMPFSPRT oder akustisch mit Schreng Schreng & La La. Hier schlug das Herz für Fans ungestümer Riffs und tiefsinniger Texte ständig höher.

Ein kleines Comeback gab's für mich beim fast vergessenen Indierock: Mikroboy melden sich nach fünf Jahren mit dem gleichermaßen starken wie berührenden Album LEICHT zurück, um im nächsten Schritt ihre Auflösung bekanntzugeben. Ich wünsche der Band um Sänger Michi Ludes für den weiteren Lebensweg nur das Beste und bedanke mich von Herzen dafür in der Band einen treuen musikalischen Begleiter meiner jungen Zwanziger gefunden zu haben. Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang auch die Pause auf unbestimmte Zeit von Herrenmagazin, die nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsbands zählt und zur Zäsur ein richtig mitreißendes Open Air Konzert inklusive Pool-Performance in Düsseldorf gespielt haben. Desweiteren möchte ich euch noch Apologies I Have None ans Herz legen, die mit PHARMACIE ein intensives, düsteres Themenalbum präsentieren, dass den Fokus auf den psychischen Zustand von Frontmann Josh Mckenzie legt, der uns verdammt ehrlich von seinen Depressionen und Selbstzweifeln erzählt. Optimistischer wird's dann wieder mit Von Wegen Lisbeth: Das Debütalbum hat das großartige Quintett aus Berlin völlig zurecht von den kleinen Eckclubs in die namhaften Hallen der Nation gespült. Wer ein derartig gutes Gespür für catchy Refrains und tolle Videos ("Bitch") hat, soll ja schließlich auch belohnt werden. Apropos Video: Tiny Moving Parts haben mal eben so das mit Abstand beste Musikvideo der letzten Jahre produziert. Dort zeigen uns die drei Freunde, was sie tun würden, wenn sie nur noch 24 Stunden zu leben hätten. Eine fantastische Liebeserklärung in Bild und Ton daran, das Leben bis zum Letzten zu genießen.

Ach ja: Hip Hop gab's zum Glück ebenfalls. Juse Ju, den wir zusammen mit Fatoni (Platz 4 in den Albumcharts 2015) im Zakk live erleben konnten und direkt mal interviewed haben, hat dem lyrischen Vorschlaghammer "German Angst", einer Abrechnung mit den oft zitierten besorgten Bürgern, ein schickes Video spendiert. Unerwähnt darf natürlich auch nicht die heißgeliebte und höchst geschätzte Antilopen Gang bleiben, die mit "Das Trojanische Pferd" einen starken Vorboten auf das im Januar 2017 kommende Album ANARCHIE UND ALLTAG schicken, dass, wenn mich nicht alles täuscht, bestimmt in meiner Jahresliste 2017 landen wird. Koljah, Danger, Panzer: Am Ende sagt ihr alle, ihr habt es geahnt. 

Was 2016 für die anderen Redakteure bedeutet, stellen wir euch in den kommenden Tagen vor. Viel Spaß!

Kleines Reh, ganz tot. Bambi Slaughter - S/T

Geschrieben von: Administrator am .

bambi-slaughter-super-trockenReh auf dem Dach, statt Pferd auf [sic!] dem Flur: Bambi Slaughter.

"Kaputt, dreckig, wütend..."

Das Gefühl, Bambi und Feline auf ihrer Flucht vor den Schlächtern und ihren Hunden nicht behilflich sein zu können, kleidet ein ungestümer Vierer aus Berlin in grungig-treibende Krachkonglomerate.

Sanfte Klänge in Bilderbuch-Kulisse: So war das Appletree Garden Festival 2016

Geschrieben von: Marc Braun am .

Von Wegen Lisbeth live auf dem Appletree Garden 2016

Das mittlerweile sechszehnte Appletree Garden ist nun Geschichte. Zeit für meinen Festival-Freund Colli ein Fazit zu ziehen, den ich darum bat ein paar Eindrücke zu liefern, denn ich musste dank Krankheit ja zu Hause bleiben. Hier also meine Hard Facts, Einschätzungen und Erfahrungen mit den Bands plus Collis Expertenurteil.

Erstmal zu dem Herzstück, den Auftritten: Von Wegen Lisbeth kamen mit ihrem textlich unverbrauchten, erfrischendem Indierock bei Colli nicht so gut an, wie das bei Marc der Fall gewesen wäre. Der hatte sie bereits im Düsseldorfer FFT erlebt und erfreut sich stets an den Auftritten der Berliner. The Slow Show hatten leider einen recht unglücklichen Slot zwischen Von Wegen Lisbeth und Goose. Das Publikum war die ganze Zeit am Quatschen, weswegen die Band nach einer Zeit genervt wirkte. Die spielte dennoch routinemäßig ihr sehr gutes Set. Goose haben Colli ganz gut gefallen: Elektronische Musik mit Schlagzeug, Gitarren, Synthies und Keyboards. Multiinstrumentalistin, Produzentin und Songschreiberin Georgia Barnes nennt sich auf der Bühne schlicht Georgia und ist die Live- Drummerin von Kate Tempest, zu deren Sound eine sehr große Ähnlichkeit besteht. Der eindringliche Indiepop von dem Berliner Duo Me and My Drummer lässt unseren Festival-Freund leider kalt. Umso besser dafür fällt sein Urteil allerdings zu Oddisee aus. Der kombiniert Rap mit modernen Jazzeinflüssen und ist nicht weniger als sein Highlight des diesjährigen Appltrees! Marc hat ihn bereits kurz auf dem Open Source Festival gesehen und ließ wie das restliche Publikum fleißig den Kopf mitwippen. Headliner dieses Jahr sind AnnenMayKantereit, die sich über die Jahre eine treue Fangemeinde erspielt haben, jedoch mit ihrem Debütalbum von den Kritikern abgestraft wurden, obwohl sie ihren Stil nicht verändert haben. Das mag wohl daran liegen, dass sie in manchen Medien zu Heilsbringern hochstilisiert wurden, die sie nie waren oder sein wollen. Dem Publikum in der Diepholzer Waldlichtung kann das aber herzlich egal sein, schließlich lässt sich wunderbar zu den sehnsüchtigen Worten und vor allem der markant-rauen Stimme von Henning May in den Armen liegen. Collis Urteil: Sie passen perfekt zum Appletree. Schließlich waren sie auch die beiden Jahre zuvor da und die treuen Besucher wissen genau, dass sie hier ein famoses Konzert des Kölner Quartetts erwartet.

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