Hymnen für die Punks: Blackout Problems - HOLY

Geschrieben von: Marc Braun am .

Blackout Problems ,Pressefoto: Ilkay Karakurt

Noch nichts von Blackout Problems gehört? Das könnte sich mit ihrem Debütalbum HOLY schlagartig ändern. Denn das, was das Trio hier abliefert, überzeugt auf ganzer Linie. Doch eins nach dem anderen: Blackout Problems, das sind Mario, Michael und Marcus aus München, deren Altersschnitt unter 25 Jahren liegt. Sie machen unter dem Namen seit 2008 Musik und haben sich jetzt entschlossen, ihren Erstling in die Welt zu streuen, den sie in Eigenregie aufgenommen haben. Dass sich diese acht Jahre durchaus gelohnt haben, verwundert gemessen an der Qualität des Albums kaum. Schon beim ersten Durchlauf gefallen uns die hymnenartigen, energiegeladenen Punkrock- und Alternative-Songs.

Doch was hat die Band vor der Veröffentlichung getrieben? Getourt natürlich und zwar ausgiebig. So standen sie schon mit Heisskalt auf deren ausverkaufter Tour auf der Bühne, waren auf diversen Festivals zu Gast und haben sich so stetig einen Namen erspielt. Mehr als 14.000 Facebook-Likes sprechen eine deutliche Sprache. Außerdem haben sie einige EPs veröffentlicht, liefen auf Radio FM4 rauf und runter und wurden bei BR-Puls „Startrampe“ gefeatured.

Auf HOLY zeigt das Trio, dass sie wirklich Ahnung von dem haben, was sie tun. Die Grundstimmung legen sie schon auf dem Openener „One“ fest. Der kommt langsam und schwer daher und wird neben der Melodie von den starken Lyrics getragen: „Donʼt look at me like this life would be senseless / Iʼm just as fucked as you, hoping for some answers“. Ab der Mitte aber steigert er sich in einen kraftvollen Posthardcore-Song mit wütenden Gitarren und Gangshouts. Damit gibt der erste Song die Richtung an, in die die Band steuert: Starke Melodie, durchdachte Texte und vor allem sehr viel Atmosphäre. Mit nahtlosem Übergang geht es mit „Of Us“ weiter, der laut und schneller ausführt, was beim Opener begonnen wurde. Wütende Zeilen kombiniert mit brachialem Sound wecken Erinnerungen an Bands wie Touche Amoré.

Der nächste Song „We are free“ ist eine Midtempo-Nummer und weniger düster, dafür aber umso catchier und schwungvoller mit seinen Whoa-Oh-Chören und den gelungenen Riffs. Eines der Highlights des Albums! Ähnlich beschwingt und mit durchaus helleren Farben geht es in „The Drive“ zu, dem wohl poppigsten Stück der Platte. Ein weiteres Highlight findet sich bei „Boys without a home“, das mit Nathan Gray, seines Zeichens Sänger bei Boysetsfire, ein beachtliches Feature zu bieten hat und in einem hymnischen, stimmgewaltigen Alternative-Rock Songs mündet. „The National“ sticht mit seinem Klavier-Intro hervor, während „Black Coffee“ ein starkes Zeichen gegen Homophobie setzt: „I am here to say, You homophobic shitheads should fuck off & not pray“

Textlich beweisen Blackout Problems, dass sie Themen wie Hoffnung, Scheitern, Freundschaft, Erwachsenwerden, Frust, Homophobie, Heimatlosigkeit und Zwischenmenschliches mit viel Sorgfalt behandeln. Auffällig ist, dass das Album komplett ohne Längen auskommt und daher sehr kurzweilig ausfällt. Das Album wird mit dem Opener „One“ und dem Closer „Poets of protest“ in eine langsame, düster-traurige Melodie eingefasst und bildet damit den Rahmen für HOLY, dass mit seinen zahlreichen Midtempo-Nummern überzeugen kann.

Insgesamt ein sehr intensives Hörerlebnis mit tollem Songwriting, guten Melodien, einem starken Gesang und einigen Hymnen („Hold on“, „Boys without a home“), der HOLY schon jetzt zu einem der Highlights des Jahres macht.

(Marc Braun)

Uncle M Music / Cargo Records 
05.02.2016

„HOLY“ erscheint am 05.02.2016 in fünf verschiedenen Varianten via Uncle M Music (u.a. The Smith Street Band, Boysetsfire, KMPFSPRT). Neben einer Standard-CD und einer Deluxe-CD Version auch im CD-/DVD-Boxset (mit einer Live-DVD und Goodies), als Doppel-LP (2LP auf schwarzem Vinyl mit Downloadcode im Gatefold) sowie digital. Nach einem vorgelagerten Release-Show-Wochenende werden die BlackoutProblems ab März 2016 eine ausgiebige Clubtour spielen und im Anschluss sämtliche deutsche Festvalbühnen entern.

BLACKOUT PROBLEMS - live 2016:
Die Tour wird präsentiert von Piranha Magazin, Prinz, Vevo, Titus.de, Skate Aid, Allschools.de, Gaesteliste.de

31.01. DE - München - Strom 
05.02. DE - Stuttgart - Titus Shop (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
05.02. DE - Stuttgart - KellerKlub
06.02. DE - Hamburg - kleiner Donner
03.03. DE – München - Titus Shop (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
05.03. AT - Lustenau - Carini Saal
07.03. AT - Innsbruck - Weekender
10.03. AT - Wien - B72
11.03. AT - Klagenfurt - Stereo
12.03. AT - Linz - Stadtwerkstatt
16.03. DE – Dresden - Titus Shop (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
16.03. DE - Dresden - Groovestation
17.03. DE - Berlin - Musik & Frieden
18.03. DE - Hannover - Lux
19.03. DE - Siegen - Vortex
22.03. DE - Oberhausen - Druckluft
23.03. DE – Bremen - Titus Shop (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
23.03. DE - Bremen - Tower
27.03. DE - Trier - Lucky´s Luke
28.03. DE - Frankfurt/Main - Nachtleben
30.03. DE - Saarbrücken - kleiner Klub
31.03. DE - Ulm - Roxy
03.04. DE – Bonn – Green Juice Festival Special
16.04. DE - Markneukirchen - Musichall
20.04. DE - Würzburg - Cairo
21.04. DE – Münster - Titus Shop Innenstadt (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
21.04. DE - Osnabrück - Bastard Club
22.04. DE – Düsseldorf - Titus Shop (Instore, Eintritt frei, ca 14 Uhr)
22.04. DE - Düsseldorf - Zakk
23.04. DE - Essen - Weststadthalle 

MEDIA:
Musikvideo "One": http://youtu.be/uZciU47co_s
Musikvideo "Follow Me": https://youtu.be/wBoqree1Hz8
Musikvideo "Hold On" (aus der exklusiven DVD-Live-Session) https://youtu.be/dhiwp0LOaIA
Musikvideo "Boys Without A Home" (feat. Nathan Gray / Boysetsfire): https://youtu.be/YFMBfbyW7LE

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