Schallhafen präsentiert: Krawehl auf Tour + Interview

Geschrieben von: Marc Braun am .

Krawehl, Pressefoto

Nach sechs Jahren ohne Release veröffentlichen Krawehl ihr Debütalbum am 05.05.2017 bei Lala-Schallplatten und Crystalmeth & Heartattack. Auf dem selbstbetiteltem Album liefern die vier Ostwestfalen Melodien mit Kante. Mal laut und energisch, mal zurückhaltend, um Luft zu holen. Mit Hochdruck werden hier Hoffnung, Verzweiflung und vertontes Zähneknirschen in elf Liedern verpackt.

Krawehl fanden sich Ende 2009 zusammen. Nach der ersten EP im Frühjahr 2010, einer Split 7“ im Jahr 2011 und einigen Konzerten oder Touren, folgte eine eher ruhige Zeit. Der Alltag hatte das damalige Trio eingeholt und wenig Raum für häufige Konzerte sowie neue Releases gelassen. Aber wer braucht schon Alltag? Mittlerweile zum Quartett gewachsen, haben sich Krawehl entschlossen dem Ganzen wieder mehr Zeit einzuräumen und 2016 ihr Debütalbum aufgenommen. 2017 wird also ein spannendes Jahr für die Vier: Das neue Release und der Wille zu gepackten Koffern sind dafür beste Vorraussetzungen. Wir haben ihre von uns präsentierte Deutschland-Tour zum Anlass genommen, um mit Sänger und Gitarrist Florian „Kammi“ Kammerlander und Bassist Jörn Josiek über Lieblingsmusik, Auftritte, Love & Hate und Songwriting zu sprechen.

Wie würdest du eure Musik beschreiben? Was ist das Einzigartige?

Kammi: Das ist immer schwer selbst zu beantworten. Grobe Schublade Punk würde ich sagen. Wir pflegen alle einen sehr breit gefächerten und teilweise sehr unterschiedlichen Musikgeschmack. Das macht sich auch bemerkbar, denke ich.

Jörn: Was Kammi sagt.

Was sind die Highlights eurer Bandgeschichte?

Jörn: In jüngster Zeit auf jedenfalls die Osteuropa/Russland Tour. Im Allgemeinen die Möglichkeit zu haben, über die Musik andere Städte oder sogar Länder zu bereisen. Zu meinen Highlights gehören ebenfalls die Aufnahmen zum kommenden Album. Erstmals in einem richtigen Studio und dabei zu sehen, was wir trotz unseres Alltags imstande sind zu leisten.

Wie läuft das Songschreiben bei euch ab?

Kammi: Songschreiben ist bei uns Gruppenarbeit. Das meiste entsteht tatsächlich, während wir zusammen im Proberaum sind. Es gibt dann halt grobe Ideen, die mitgebracht werden. Der Rest ergibt sich dann. Texte entstehen in der Regel nach der Musik und auch dabei kommt Input von allen Seiten. Es gibt also niemanden bei uns, der die Songs alleine schreibt.

Was ist das Besondere am Touren?

Jörn: Die Alltagsflucht, viel zu viele nette Leute treffen, die total motiviert sind Konzerte, alternative Kunst und Kultur zu supporten und/oder Freiräume zu schaffen, tolle Bands kennenlernen, neue Orte sehen…

Kammi: Ich denke dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Was inspiriert dich

Kammi: Gegenfrage: Was inspiriert uns nicht? Im Endeffekt nimmt alles irgendwo Einfluss auf das, was wir machen. Mal mehr, mal weniger.

Was ist dein liebster Song und warum?

Kammi: Kann ich so nicht beantworten. Die Liste wäre lang.

Jörn: Sehe ich ähnlich. Wenn ich jetzt gezwungen werden würde einen Namen zu nennen, dann wäre es wahrscheinlich: Hot Water Music mit „It´s hard to know“

Welche Musik bringt dich zum Weinen?

Kammi/Jörn: Meistens schlechte.

In welchem Genre fühlst du dich am Wohlsten und aus welchen Gründen?

Kammi: Auch wieder so eine Schubladenfrage, die schwer zu beantworten ist. Roots sind halt irgendwo im Punk/HC, wohl fühle ich mich da aber auch nicht immer.

Jörn: Schwer zu sagen, hänge ich zu sehr zwischen den Extremen und höre zu viele verschiedene Sachen. Ausrichtung eher gitarrenlastig, gerne technisch anspruchsvoll, irgendwo zwischen Jazz und Black Metal.

Was sind im Moment deine Lieblingskünstler?

Jörn: Aktuell: Architects, Fleetwood Mac, Russian Circles.

Kammi: Bin immer etwas spät dran mit neuen Sachen, aber aktuell für mich entdeckt: Eat/Read/Sleep, PUP, Highley

Und generell?

Jörn: Tool, The Cancer Conspiracy, Miles Davis

Kammi: Liste wäre zu lang, aber drin ist, unter anderem alles von Rachut, vieles von Wiebusch und auf jedenfall Taylor Swift.

Welcher Song berührt dich am meisten und warum?

Jörn: Aktuell, „Memento Mori“ von Architects. Bedarf glaube ich keiner Erklärung.

Kammi: Passe.

Wovor fürchtest du dich am meisten?

Jörn: Stillstand.

Kammi: Menschliche Dummheit.

Was war dein bester Gig und warum?

Jörn: Kharkiv, Ukraine: Stromschläge auf der Bühne, sich zum Publikum drehen, Instant-Ausrasten und eine Begeisterung, die ich so noch nicht erfahren habe.

Kammi: JA, das war Klasse! Im Allgemeinen schwer zu sagen. Gab viele tolle Momente auf Konzerten. Auch nicht so tolle…

Nenne drei Dinge, die du liebst!

Kammi: Manuel Stemberg, Jörn Josiek und Marco Bekemeier…awwwww.

Jörn: Diese Band, Skateboards und Fotografieren.

Nenne drei Dinge, die du hasst!

Kammi: Stau, peinliches Schweigen, abgesagte Proben…

Jörn: Kammis Gemecker über abgesagte Proben, aber eigentlich hasse ich gar nicht so viele Dinge.

Kammi: Ich schon….

Was würdest du tun, wenn du keine Musik machen würdest?

Kammi: Ganz schnell ein Instrument lernen, um Musik zu machen.

Jörn: Mehr Zeit haben für die anderen Leidenschaften, die mich versklaven.

Was ist das beste Feedback, das ihr von einem Fan bekommen habt?

Kammi: Ich denke da würde ich die Reaktionen auf unsere Musik in der Ukraine und Russland nennen. Kein Schwein kannte uns oder hat verstanden, was wir da von uns geben. Und trotzdem wurde uns eine Begeisterung und Dankbarkeit entgegengebracht, die wir so nicht kannten.

Was können wir in der Zukunft von euch erwarten?

Kammi: Hoffentlich mehr als in den letzten sechs Jahren.

Jörn: Mehr Bartwuchs bei Marco.

Vielen Dank für das Interview ihr Beiden!

(Die Fragen stellte: Marc Braun)

Krawehl live - präsentiert von Schallhafen.de:

Band: Krawehl
Titel: s/t (Krawehl)
VÖ: 05.05.2017
Label: Lala-Schallplatten / Crystalmeth & Heartattack
Vertrieb: Broken Silence
Format: LP, digital
Genre: Punkrock

Links:
www.krawehlkrawehl.com
www.facebook.com/kkrawehl
www.krawehl.bandcamp.com
www.instagram.com/kkrawehl

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