„All about the music“ - Im Interview mit Manchester Snow

Geschrieben von: Marc Braun am .


Manchester Snow aus Salzburg, Pressefoto: Salic

Als 16-Jährige veröffentlichten die Jungs der Indie-Pop-Band Manchester Snow aus Salzburg 2012 ihre erste Single. Ein Jahr später gewannen sie bereits den Austrian Newcomer Award. Die nominelle Verortung im britischen Manchester steht eindeutig für die musikalischen Vorlieben der Österreicher. Snow gibt dem Ganzen jedoch eine weiche, verträumte Nuance. Mit ihrem englischsprachigen Debütalbum "Into the woods" (Late Hour Music), tourten Manchester Snow durch jeden Winkel Österreichs und wollen jetzt auch die deutschen Freunde flirrender Indie-Melodien aus den Wäldern und Häusern locken. Wir haben ihre von uns präsentierte Deutschland-Tourpremiere im März zum Anlass genommen, um mit Sänger, Keyboarder und Schlagzeuger Niklas über Lieblingsmusik, Auftritte, Love & Hate und Songwriting zu sprechen.

Wie würdest du eure Musik beschreiben? Was ist das Einzigartige?

Niklas: Wir nennen es Indie-Rock. Wir überlassen es aber gern den HörerInnen uns in irgendeine Schublade zu stecken. Wenn die Musik gut ist, schreibt sich die Überschrift dann eh von selbst. Wir versuchen uns auch nie zu verbiegen und einfach aus dem Bauch heraus Songs zu schreiben - das macht uns vielleicht besonders.

Was sind die Highlights eurer Bandgeschichte?

N: Schwierig zu sagen. Aber dass wir jemals eine eigene Tour spielen und ein Album herausbringen, für das Leute Geld ausgeben, hätten wir uns vor ein paar Jahren nicht einmal ansatzweise erträumt.

Wie läuft das Songschreiben bei euch ab?

N: Im Normalfall schicke ich den anderen beiden Songideen oder teilweise auch schon ziemlich ausgereifte Demos. Die hören sich das dann an, geben ihren Input dazu und dann schauen wir, was cool ist und was noch besser geht. Nachdem wir jetzt nicht mehr alle in Salzburg wohnen, passiert, anders als beim Schreiben für „Out Of The Woods“, das wir zum Großteil klassisch zusammen im Proberaum erarbeitet haben, eigentlich alles am Computer. Wobei wir einige Skizzen von den neuen Songs vergangenen Sommer auch zusammen auf einer abgelegenen Hütte geschrieben haben. Den Feinschliff bekommt dann aber alles erst bei der Vorproduktion und letztendlich im Studio.

Was ist das Besondere am Touren?

N: Die vielen neuen Eindrücke, die man macht und natürlich auch die vielen Leute, die man kennenlernt. Speziell in unserem Stadium, wo alles einfach noch sehr familiär abläuft, erlebt man sehr viel, das man zu Hause so nie erleben würde.

Was inspiriert dich?

N: Im Prinzip meine gesamte Umwelt und der Alltag, aber natürlich auch andere Musiker. Am besten ist es, wenn mir befreundete Musiker neue Songs zeigen - das spornt mich dann besonders an.

Was ist dein liebster Song und warum?

N: „Fix You“ von Coldplay. Für mich mit unter einer der besten Popsongs - mit so einfachen Mitteln so etwas Großes zu schreiben, beeindruckt mich nach wie vor und wenn der Aufgang zum letzten Refrain kommt, bekomm ich jedes Mal Gänsehaut.

Welche Musik bringt dich zum Weinen?

N: Musik alleine hat mich bis jetzt eigentlich noch nie zum Weinen gebracht, da gibt’s bei mir eigentlich nur den besagten Gänsehaut-Moment.

In welchem Genre fühlst du dich am Wohlsten und aus welchen Gründen?

N: Eindeutig im Pop/Rock, aber ich bin eigentlich für alles offen - Hauptsache es groovt!

Was sind im Moment deine Lieblingskünstler?

N: Eigentlich lauter deutsche Newcomer. Von Wegen Lisbeth, Kytes und die Leoniden find ich gerade sehr spannend. Das neue Album von den Kings Of Leon hat mich auch sehr positiv überrascht.

Und generell?

N: Uh, da müsste ich jetzt eine lange Liste schreiben. Bon Iver (ja, ich bin ein kleiner Justin Vernon-Fanboy), Biffy Clyro, Portugal. The Man, aber auch Salzburger Bands wie die Steaming Satellites gehen bei mir eigentlich immer.

Welcher Song berührt dich am meisten und warum?

N: Das „I Can’t Make You Love Me“-Cover von Bon Iver. Mehr Gefühl geht meiner Meinung nach nicht.

Wovor fürchtest du dich am meisten?

N: Momentan eigentlich am meisten vor dem Rechtsruck in Europa in Kombination mit Trump und Putin. Ich bin mir nicht sicher, ob das noch länger gut gehen kann.

Was war dein bester Gig und warum?

N: Schwierig zu sagen. Aber spontan würde ich jetzt sagen unsere Album-Release Show vergangenes Jahr in Salzburg. Mit unseren besten Freunden und Musikerkollegen die Veröffentlichung unseres kleinen Babys zu feiern, war schon ein richtig speziell. Aber oftmals gibt’s auch ganz kleine Konzerte, die unfassbar Spaß machen - das wichtigste ist, dass der Spirit passt!

Nenne drei Dinge, die du liebst!

N: Gutes Essen. Gute Musik und gemütliche Abende mit FreundInnen.

Nenne drei Dinge, die du hasst!

N: Lange Proben. Ungerechtigkeit und definitiv auch meine Ungeduld.

Was würdest du machen, wenn du keine Musik machen würdest?

N: Womöglich mehr Sport und vielleicht würde ich auch mehr studieren. Aber zum Glück stellt sich die Frage nicht - ein Leben ohne Musik könnte ich mir momentan nicht vorstellen.

Was ist das beste Feedback, das ihr von einem Fan bekommen habt?

N: Das Schönste ist, wenn uns Leute hinterherfahren und mittlerweile schon bei fast jeder Show dabei sind. Das ist wirklich krass - ich würde das wahrscheinlich nicht einmal bei einer meiner absoluten Lieblingsbands machen.

Was können wir in der Zukunft von euch erwarten?

N: Neue Musik, neue Videos und noch einige schöne Shows. Für 2017 ist auf alle Fälle noch ein Release geplant!

Vielen Dank für das Interview, Niklas!

(Die Frage stellte: Marc Braun)

OUT OF THE WOODS MÄRZ-TOUR

08.03.17 Hannover, Kulturpalast Linden
09.03.17 tbc. Dresden, Katy´s Garage
10.03.17 Cottbus, Zum faulen August
12.03.17 Berlin, Hanger49
15.03.17 Hamburg, Pooca
16.03.17 Köln, Tsunami

 Links:
Homepage: www.manchestersnow.com
Facebook: www.facebook.com/manchestersnowofficial
Instagram: www.instagram.com/manchester_snow
Spotify: http://spoti.fi/1NoWioz



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