Geduldiges Warten und exzentrisches Tanzen: So waren die Suicideboys am 25.01.18 in der Live Music Hall Köln

Geschrieben von: Administrator am .


Suicideboys, Pressefoto

Die Suicideboys in Köln. Das Ergebnis: Eine über 200m lange Schlange von der Vogelsangerstraße, vorbei am Light Beard Kiosk, um die Ecke in die Lichtstraße und dort bis zum Eingang der Live Music Hall. 19:50 Uhr. Schon eine gute Dreiviertelstunde haben die Türen der Live Music Hall Köln geöffnet und immer weiter strömen Menschen zur Schlange hinzu, die in der nächsten Stunde nicht an Länge verliert. Um 21.10 Uhr als die Musik im Inneren beginnt, sind noch immer nicht alle Zuschauerinnen und Zuschauer am Ziel. 100m Warteschlange im Dauerregen, völlig durchnässt und auch der letzte Funken Verständnis ist längst erloschen. Bei der Einlasskontrolle sitzt eine Frau um die Tickets zu kontrollieren, zwei Männer und eine weitere Frau kontrollieren Taschen und Tabakpäckchen nach möglichen Drogen. Gute Vorbereitung sieht leider anders aus.

Bevor das Konzert überhaupt losgeht, fliegt der erste Besucher schon raus. Ein schmaler, schick gekleideter Junge unter 20 wird unsanft aus dem Nebeneingang hinausbefördert. Die Jacke fliegt Sekunden nach ihm auch nach draußen. Der Vorwurf: Er und seine Freunde haben in der Halle geraucht. Ergebnis: Er fliegt raus, seine Freunde bleiben drin. Nachdem einige Minuten auf der Uhr verstrichen sind, untergräbt der Herr vom Sicherheitsdienst seine eigene Autorität und lässt den Jungen nach einer persönlichen Entschuldigung wieder in die Halle, in der an diesem Abend noch Großes erwartet wird. Uniformierte Machtausübung und deutsches Schlangestehen - das geht ja gut los.

Irgendwann sind auch wir drin, es gibt immer Tricks, um so etwas zu beschleunigen, aber die bleiben an dieser Stelle mein Geheimnis. Jacken behalten wir auf dem Arm, für die Garderobe müsste man sich schließlich anstellen. Wenige Sekunden nach dem wir die Live Music Hall betreten, eröffnet ein DJ den Abend und heizt das Publikum an, indem er unter anderem dem US-amerikanischen Rapper Lil Peep huldigt, der im November letzten Jahres an einer Überdosis verstarb. Zwanzig Minuten dauert das euphorische Eintanzen, ehe $lick $loth und Ruby da Cherry die Mikrofone übernehmen.

Mit über einer Stunde Verspätung beginnt die große Party. Menschen aller Couleur, aus verschiedenen Subkulturen feiern gemeinsam, tauschen Schweiß aus, liegen sich in den Armen und tanzen als gäbe es kein Morgen. Die Suicideboys liefern eine Show mit über 25 Songs ab. Lieder über Depressionen, Drogen, Selbstmord, Selbsthass. Ehrlich und authentisch, inhaltlich nicht weit entfernt von Leftöver Crack. Gegen Ende des Konzertes werfen die beiden Musiker auch mal ein Paar Flaschen Wasser ins Publikum. Sehr fürsorglich, sehr sympathisch. Auch wenn einige Personen schon während der Show über zu viel Playback schimpfen, kommen die meisten Besucherinnen und Besucher auf ihre Kosten. Pitschnass und überglücklich ziehen sie weiter und sie werden noch lange über diesen Abend reden.

(Paul Schall)

Link:
https://www.facebook.com/SuicideboysGrey59/

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