Musik die zum Lächeln einlädt: So war Fiva x JRBB am 17.12.2017 im Kölner Luxor

Geschrieben von: Administrator am .


Fiva x JRBB, Pressefoto: Rainer Maria Jilg

Vor Beginn des Konzerts von Fiva x JRBB stellte ich mir die Frage, wie das Kölner Luxor es eigentlich meistern will, dass alle Mitglieder der Jazzrausch Big Band auf die eher kleine Bühne passen sollen, die dort zur Verfügung steht. Die Antwort ist eindrucksvoll zu sehen: Über 20 Musiker und Musikerinnen, bewaffnet mit Tuba, Trompeten, Saxofonen, Posaunen, Querflöten, Geigen, Schlagzeug, Keyboard, Gitarre und Bass, sowie Fiva MC und DJ Radrum, sind kreuz und quer und doch irgendwie zu einem harmonischen Gesamtbild auf der Bühne platziert worden. In diesem Sinne schon mal ein großes Lob an die Menschen, die das möglich gemacht haben.

Fangen wir aber von vorne an. Als wir die „Saloontür“ des Luxors gerade aufdrücken, wird uns ein melodramatisches „Mama, Mama“ entgegengeschmettert. Das muss die Vorband Klan sein, die gerade ihr Set dem Publikum präsentiert. Die zwei Brüder aus Berlin machen Indie-Pop mit deutschen Texten. Für mich klingt die Musik nach modernem Schlager - tiefe Gefühle, Herzschmerz - etwas moderner interpretiert. Leider nicht unser Geschmack und irgendwie auch konträr zum Headliner des heutigen Abends. Der Masse scheint es zu gefallen und so wird ein bisschen geschunkelt und verträumt durch den Raum geguckt.

Um 21 Uhr kommen plötzlich von allen Seiten, wie Ameisen, ganz viele Menschen bekleidet mit College Jacken, um die Bühne zu besetzen. Und schon beginnt die Musik. Ein packendes Intro, als Vorgeschmack für die Hörerinnen und Hörer, was sie auch die nächsten 90 Minuten erwarten wird. Die Menge feiert schon jetzt und in den ersten zwei Minuten der Show ist bereits spürbar, wie sehr es die Damen und Herren auf der Bühne lieben, Musik zu machen. Zu guter Letzt kommt Fiva MC, in schwarz-weißer College Jacke, auf die Bühne und findet noch ein Plätzchen zum Stehen, Tanzen, Erzählen und Rappen. Was folgt ist eine Mischung aus neu-interpretierten Liedern der letzten fünf Alben von Fiva MC und dem gemeinsamen Album ZEIT FÜR LEGENDEN. Poesie und Lyrik treffen den grenzenlosen Klangkosmos der JRBB. Zwischen den Liedern werden ein Großteil der Musikerinnen und Musiker von Fiva vorgestellt und kurze, sympathische Geschichten erzählt. Auf, vor und neben der Bühne blickt man in glückliche Gesichter und spätestens damit bekommt das Lied „Dein Lächeln verdreht Köpfe“ eine Bedeutung.

Leider ist unter fast 500 Menschen meistens auch ein Idiot und der macht an diesem Abend auch noch seinen Mund auf. Als Fiva den Violinisten Gustavo vorstellt, fragt ein Mann aus dem Publikum, ob er für die ganze Band immer Pizza backe. Auf die Gegenfrage wie er darauf komme, antwortet der Mann „Er sieht aus wie ein Italiener.“ Der Rapperin entgleiten für einen kurzen Moment die Gesichtszüge und sie bläst, wie zur Beruhigung, die Backen auf. Leider verpasst sie es, ihn anschließend zurechtzuweisen.

So bleibt ein kleiner Wermutstropfen an diesem sonst tollen, interessanten, abwechslungsreichen Konzert, der einen kleinen Kratzer auf diesem Sonntagabend hinterlässt.

(Paul Schall)

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